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In einem vom Oberlandesgericht Hamm entschiedenen Fall nahm eine Krankenkasse ein Krankenhaus auf Ersatz von Behandlungskosten in Höhe von ca. 30.000,00 € in Anspruch.

Eine bei der Kasse Versicherte hatte während eines stationären Aufenthalts in dem Krankenhaus neben dem Krankenhausaufnahmevertrag eine Wahlleistungsvereinbarung geschlossen, in der eine Chefarztbehandlung vorgesehen war.

Die dann notwendige Operation führte allerdings nicht der Chefarzt, sondern ein anderer Chirurg durch. Der Chefarzt nahm als Anästhesist an der Operation teil. Bei der Operation kam es zu Komplikationen, an deren Folgen die Patientin wenige Tage später verstarb.

Das Gericht verurteilte das Krankenhaus zum Ersatz der Behandlungskosten. Nach Auffassung des Gerichts war die Operation rechtswidrig, weil die Patientin vorher nicht zugestimmt hatte, dass der Eingriff nicht von dem Chefarzt, sondern von einem anderen Arzt durchgeführt wurde. Dem stand auch nicht entgegen, dass der Chefarzt in anderer Funktion an der Operation teilgenommen hatte, weil insoweit kein Fall einer unvorhersehbaren Verhinderung vorlag.