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Die sog. Betriebsgefahr, die von einem Kraftfahrzeug generell ausgeht, kann bei grob verkehrswidrigem Verhalten eines Fußgängers vollständig entfallen. Dies hat das Oberlandesgericht Nürnberg entschieden.

Im zugrunde liegenden Fall überquerte eine mit einer großen Plakatwand bepackte Fußgängerin eine vierspurige Straße unweit einer Ampel und wurde dabei von einem Kraftfahrzeug angefahren und schwer verletzt.

Das Gericht entschied, dass der Autofahrer nicht damit rechnen musste, dass die Fußgängerin mit einem mannsgroßen Plakat plötzlich die mehrspurige Straße überqueren werde, zumal in unmittelbarer Nähe ein ampelgeregelter Fußgängerüberweg zur Verfügung stand, der ihr ein gefahrloses Überqueren ermöglicht hätte. Zudem habe sich die Fußgängerin auch beim Überqueren der Straße abseits der Ampel nicht richtig verhalten. Sie hätte das sich nähernde Fahrzeug sehen und deshalb stehen bleiben müssen. Dies sei ihr jedoch durch das sperrige Plakat erschwert worden. Die Fußgängerin hat sich damit grob verkehrswidrig verhalten, weshalb ihr die Alleinschuld am Zustandekommen des Verkehrsunfalls zuzurechnen ist.