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Eine Eigentümergemeinschaft muss dem Bau eines Carports auch dann nicht zustimmen, wenn von einem Baum Kastanien und Harz auf den Stellplatz eines Eigentümers fallen. Das gilt jedenfalls dann, wenn der Baum bei der Zuweisung des Sondernutzungsrechts bereits vorhanden war. Dies hat das Landgericht Nürnberg-Fürth entschieden.

Ein Wohnungseigentümer wollte sein Auto vor immer wieder herabfallenden Kastanien und Baumharz schützen und deshalb auf seinem Stellplatz ein Carport errichten. Hiermit waren die übrigen Wohnungseigentümer nicht einverstanden. Sie sahen darin eine bauliche Veränderung, die der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft bedürfe. Das Gericht gab der Gemeinschaft recht. Bei der Kastanie und ihren Früchten handelt es sich um Gegebenheiten der Natur, die vom Sondernutzungsberechtigten des Stellplatzes hinzunehmen sind. Dies gilt insbesondere, da die Existenz des Baums dem Wohnungseigentümer bereits beim Kauf der Wohnung bekannt gewesen ist. Zudem treten die Probleme mit der Kastanie nur zu bestimmten Zeiten im Sommer und im Herbst auf.