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Eine im britischen Unternehmensregister eingetragene Limited (Ltd.) hatte eine bei einem deutschen Amtsgericht eingetragene Zweigniederlassung. Als alleiniger „Director“ war A eingetragen, der aber nur als Strohmann von B fungierte. So hatte A z. B. keine Vollmacht über das Bankkonto, sondern nur B.

Nachdem die rechtskräftig festgesetzten Steuern der Ltd. Für 2006 bis 2008 nicht bezahlt wurden, forderte das Finanzamt 2009 die Steuern von A als Haftungsschuldner, weil er als gesetzlicher Vertreter der Ltd. die steuerlichen Pflichten nicht erfüllt hatte. A wehrte sich hiergegen und meinte, er habe wegen der fehlenden Bankvollmacht keine Steuern zahlen können und seinen Geschäftsführervertrag habe er schon Mitte 2008 gekündigt und sei deswegen gar nicht zuständig.

Das Finanzgericht Köln entschied, dass A für die Steuern haften muss. Das Amt eines „Directors“ einer Ltd. entspricht weitgehend dem des Geschäftsführers einer deutschen GmbH. Deswegen führte die Kündigung der arbeitsrechtlichen Geschäftsführerstellung nicht dazu, dass gleichzeitig die gesellschaftsrechtliche Organstellung als Geschäftsführer endete. Diese kann nur durch wirksame Amtsniederlegung oder Abberufung seitens der Gesellschafterversammlung beendet werden. A konnte beides nicht nachweisen.