+49 89 458725-0 info@euprax.de

Ist in einem gerichtlichen Verfahren der Wert eines Unternehmens streitig, hat das Finanzgericht in der Regel ein Sachverständigengutachten einzuholen. Ein Verzicht ist nur möglich, wenn das Gericht selbst über die notwendige Sachkunde verfügt. Dies hat der Bundesfinanzhof entschieden.

Im konkreten Fall ging es um eine Bewertungsfrage, deren Beantwortung aufgrund der Komplexität von Wertermittlungen bei Beteiligungen an nicht börsennotierten Aktiengesellschaften besondere, branchenbezogene Sachkunde voraussetzte. Zudem ließen die im fraglichen Zeitraum drastischen Schwankungen am Beteiligungsmarkt eine Wertermittlung zum Stichtag als schwierig erscheinen. Der Bundesfinanzhof vertrat daher die Auffassung, dass sich dem Finanzgericht die Notwendigkeit der Einholung eines Sachverständigengutachtens zu dem konkreten Unternehmenswert hätte aufdrängen müssen.