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Hat ein Steuerschuldner z. B. ein Grundstück auf seine Kinder übertragen, um es dem Zugriff des Finanzamts zu entziehen, kann das Finanzamt als Gläubiger diese Übertragungen unter bestimmten Voraussetzungen anfechten. Konkret kann es mittels Duldungsbescheid die Kinder verpflichten, die Vollstreckung in das Grundstück zu dulden oder zur Abwendung den ausstehenden Steuerbetrag zu entrichten.
Der Bundesfinanzhof hat in zwei Urteilen zur Rechtmäßigkeit solcher Duldungsbescheide Stellung genommen, die unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehende Steuerfestsetzungen betrafen.

In einem Fall schuldete der Steuerpflichtige Steuern u. a. aus Vorauszahlungsbescheiden, die kraft Gesetzes unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen. Der Steuerschuldner hatte Vermögensübertragungen auf seinen Sohn vorgenommen. Das Finanzamt erließ gegen den Sohn einen Duldungsbescheid. In diesem Bescheid fehlte allerdings der Hinweis, dass die Vollstreckung davon abhängt, dass die Steuerfestsetzung gegen den Vater bestandskräftig wird. Dadurch war er nach Auffassung des Bundesfinanzhofs insoweit rechtswidrig.

Anders entschied der Bundesfinanzhof bei einem bestandskräftigen, aber unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergangenen Einkommensteuerbescheid. Hier musste im Duldungsbescheid nicht auf den Vorbehalt hingewiesen werden, weil der Steuerbescheid formell bestandskräftig war.