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Der Deutsche Olympische Sportbund ließ einen Großhändler abmahnen, der während der Olympischen Spiele 2016 Sporttextilien als „olympiareif“ und „olympiaverdächtig“ beworben hatte. Der Bundesgerichtshof entschied, dass die Abmahnung unberechtigt erfolgte, da die Voraussetzungen eines Ausnutzens der Wertschätzung der olympischen Bezeichnungen im gesetzlichen Sinne nicht vorlagen.

Etwas anders gilt nur, wenn durch eine enge Bezugnahme auf die Olympischen Spiele deren Wertschätzung für die Bewerbung von Produkten in einer Weise ausgenutzt wird, wie sie nur einem offiziellen Sponsor zusteht. Hierfür bedarf es bei der Produktwerbung einer sachlichen Nähe zu den Olympischen Spielen oder der Olympischen Bewegung, etwa durch ausdrückliches Hinweisen darauf in Wort oder Bild. Bloße Bezeichnungen, die den olympischen Bezeichnungen ähnlich sind, reichen nicht aus.

Ein enger Bezug wird daher nicht allein dadurch hergestellt, dass Wörter wie „olympiareif“ und „olympiaverdächtig“ produktbezogen als Synonym für eine außergewöhnlich gute Leistung benutzt werden. Auch die in der angegriffenen Werbung abgebildete Medaille in der Hand eines Sportlers ist nicht per se ein olympisches Motiv und fällt demzufolge nicht in den gesetzlichen Schutzbereich.