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Das Oberlandesgericht Hamm gab einer Käuferin eines VW Beetle recht, die sich durch manipulierte Abgaswerte am Fahrzeug durch die Volkswagen AG getäuscht sah. Sie hatte das Auto als Gebrauchtwagen im November 2016, also nach öffentlichem Bekanntwerden der Manipulation, bei einem VW‑Vertragshändler gekauft.

Das Gericht bestätigte eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung der Käuferin durch den Autobauer. Die Volkswagen AG habe durch das Inverkehrbringen eines Fahrzeugs mit der manipulierten Motorsteuerungssoftware ihre Kundin getäuscht. Es müsse angenommen werden, dass der Vorstand oder ein sonstiger Repräsentant der Volkswagen AG umfassende Kenntnis von der Verwendung der manipulierten Software hatte. Das Inverkehrbringen der mangelhaften Motoren sei bewusst veranlasst worden.

Als Schadensersatz müsse VW der Käuferin den Kaufpreis und aufgewendete Darlehnsraten unter Abzug einer Nutzungsentschädigung erstatten sowie sie von noch offenen Kreditraten freistellen.

Die Kundin konnte glaubhaft versichern, dass weder sie noch ihr Ehemann davon gewusst haben, dass ihr Fahrzeug ebenfalls vom Abgasskandal betroffen ist. Beide hatten nachvollziehbar geschildert, dass sie das Auto bei Kenntnis von der manipulierten Software nicht gekauft hätten.